23.07.2010

 

Die Zeit laeuft

 

Der letzte Monat in Salvador beginnt in wenigen Tagen. Ploetzlich ging alles doch ganz schnell rum.
Na und weil die FCD uns nicht ganz ohne Arbeit lassen wollte, haben die Leute alle unsere kommenden Wochenenden bis zu unserem letzten Arbeitstag, mit Besuchen in anderen Staedten oder irgendwelche Treffen verplant. Schnell mal ein paar Sachen nachholen, um das Gewissen zu beruhigen, die Freiwilligen nicht ganz ohne Arbeit im eigentlichen Projekt gelassen zu haben...Die Kinder allerdings wollen uns gar nicht gehen lassen und bitten uns jetzt schon nicht weg zu gehen. Auch nach einem Jahr kommen sie jeden Morgen schreiend zur Tuer gerannt um uns zu begruessen. Schade ist, dass man weiss wie es mit den Kindern weiter geht. Es hat einfach keiner die Zeit und die Geduld sich mit jedem einzelnen zu beschaeftigen.
Mit uns wird auch Eliana, eine der dort arbeitenden Frauen, vorerst gehen, da sie an Krebs erkrankt ist und erst Ende August behandelt wird. Sie ist mir von den Frauen dort am meisten ans Herz gewachsen, weil sie eine sehr herzliche Art hat und sich immer total freut wenn man ihr etwas beibringt.
Man merkt allerdings schon, dass die Erziehungsmethoden nicht immer die besten sind und die Ausbildung fehlt.
Das Verhaeltnis zu Schwester Lucia, mit der wir zu Beginn gewohnt haben, hat sich nicht verbessert. Seitdem wir ausgezogen sind, reden wir nur das noetigste miteinander. Zu den Kindern hat sie eigentlich gar keinen Draht und ihre Aufgesetzte Kinderliebe Art die sie aufstetzt wenn Besucher kommen, kann sich nicht vorstellen.

Naja. Dann war da noch die Wm. Die Brasilienspiele wurden natuerlich gross am Strand uebertragen und gross gefeiert. Selbst die Kinder haben fuer die Spiele Schulfrei bekommen und anstatt Unterricht zu machen, wurden ihnen die Fingernaegel in Brasilienfarben lackiert...Ganz toll fand ich auch die gelb-gruenen Zahnspangengummis die viele als passendes Accessoire getragen haben. Selbst die Strassen wurden bemalt und die kleinen Bars neu gestrichen. Der Schmerz war um so groesser als Brasilien raus war. Allerdings wurde Deutschland gefeiert als Argentinien verloren hat, da die 2 Laender in Konkurenz zueinander stehen.


Momentan sind auch Kiki und Sophia, die 2 Freiwilligen mit der Capoeira Gruppe aus Porto Alegre hier. Grund dafuer ist das Capoeira Event, dass hier in meiner Schule statt findes. 2 Wochen lang voll Programm auch wenn ich nicht alles mit machen kann weil ich Vormittags im Heim bin. Zu diesem Anlass hat mein Meister Rene endlich meinen Namen gelernt.kann man ja mal nach einem Jahr. Als ich ihn auf die Kosten des Events angesprochen habe, hab ich meinen Mund nicht mehr zu bekommen. In Euro umgerechnet war der Preis zwar mehr als nach vollziehbar, fuer brasilianische Verhaeltnisse allerdings.... Als er mich dann fragte es ok waere, habe ich verneint und ploetzlich hat er mir als Freundschaftspreis die haelfte der eigentlichen Summe genannt...Alles klar...Und natuerlich darf es keiner wissen, schliesslich muss er es ja fuer die "Gringos" teurer machen. Eine Japanerin die bis vor ein paar Tagen hier war, hat fuer 2 Tage den gleichen Preis gezahlt wie ich fuer 2 Wochen. So ist das hier als Auslaender....

 

 

 

11.06.2010

 

 

Batizado..

 

Freitag war es soweit. Wir wurden getauft. Bis Freitag Morgen um halb 10 gehoerten wir der Minderheit unserer Freiwilligen an, die noch nicht ueberfallen wurden.
Ich habe stark gehofft, dass es nicht mehr passiert.
Ivana, eine der 3 Frauen die im Heim arbeiten hat uns zu sich nachhause eingeladen um das erste Spiel der Wm zu gucken. Da wir frei hatten haben wir uns um kurz nach 9 in dem Viertel wo wir auch arbeiten, Capelinha de Sao Caetano, getroffen. Um etwas Geld zu sparen wollten wir den Eingleisigen Zug unten an der Strasse nehmen. Da Ivana in sehr aermlichen Verhaeltnissen wohnt, hat der Weg zu ihr schon einiges zu bieten.
Wir sind also die Strasse runter gelaufen, von der man einen ziemlich besonderen Blick auf halb Salvador bekommt. Wenn man dort steht merkt man erst wie haesslich die Stadt ist. Favelas von denen sich Haeuser uebereinander stapeln und viele kleine dreckige Gassen.
Da wir 9,5 Monate wirklich uebervorsichtig mit allem waren und nichts passiert ist kann man zu schnell leichtsinnig werden. In Begleitung von Ivana wuerde es vielleicht okay sein haben wir uns gedacht. Eine mega bloede Aktion von uns...
Da die Strasse grade nicht befahren war hat Nina ihre Kamera gezueckt, die sonst natuerlich so gut wie nie mitgenommen wird, um ein Foto von dem Ausblick zu schiessen.
Wie gesagt die Strasse war leer, nur haben wir ein Motorrad nicht gesehen, auf dem 2 Jungs sassen die uns anscheinend beobachtet haben und eine Runde gefahren sind. Wir waren bereits wieder auf dem Weg als sie neben uns anhielten. Der Fahrer trug einen Helm, der Hintermann nicht, hielt aber eine Pistole in der Hand. Er hat uns laut aufgefordert ihm schnell die Taschen zu geben, da dies kein Spass sei. Dann sind sie gefahren. Schock.
Man hoert ja viel aber wenn jemand mit der Waffe in der Hand vor dir steht, dann ist das schon echt heftig.
Gott sei dank ist nichts passiert. Aergerlich um die Sachen, weil einiges weg war aber das ist ja unwichtig. Wir waren alle drei erst mal unter Schock und konnten das gar nicht glauben.
Ich glaube ich habe den groessten Schock gehabt und konnte mich erstmal nicht beruhigen.
Gluecklicherweise hatte ich mein Geld in der Hosentasche, sodass wir keine fremden Menschen nach Geld fragen mussten. Ivana kamen auch die Traenen und Nina und ich waren unglaublich sauer auf uns selbst und darueber, dass Ivana wegen uns in diese Situation gebracht wurde. Wir werden versuchen das wieder gut zu machen...
Wir beide sind dann wieder zurueck zu uns gefahren, obwohl Ivana uns versucht hat zu ueberreden.
Der Schluesseldienst musste uns die Wohnung aufmachen und dann haben wir vorsichtshalber das Schloss wechseln lassen. Die Vermieter sind schon sichtlich genervt von uns weil immer irgendetwas mit der Wohnung nicht stimmt.

Der Tag war gelaufen. Das Bild mit der Pistole blieb in meinem Kopf. Nina ging und geht es aber ganz gut. Bis auf unser schlechtes Gewissen Ivana gegenueber. Mit viel Muehe habe ich mich zum Capoeira geschleppt. Danach ging es mir aber besser.
Richtig bloed gelaufen.
Ich weiss, dass wenn ich diese Situation vor 6 Monaten erlebt haette, nicht damit klar gekommen waere.
"Salvador nao e brincadeira nao" Salvador ist kein Spass, das hat Schwester Lucia uns in den ersten 2 Monaten regelrecht in den Kopf gehaemmert.
So siehts aus.

Eigentlich gibt es schon sehr viel zu erzaehlen aber die Eindruecken kann man nicht immer in Worte fassen.

Das traditionelle Fest Sao Joao, welches am 23 Juni gefeiert wird, werden wir voraussichtlich mit einer der Verantwortlichen der FCD, Zenira, im Inneren Bahias verbringen.
Ausserdem hat uns die FCD aus einem kleinen Staedtchen in Bahia "ribeira do pombal" eingeladen die Leute dort kennen zu lernen.
Wenigstens noch etwas zum Schluss.
Den Kindern geht es auch prima, auch wenn die Erziehungsmethoden der Frauen dort nicht zum nachmachen empfohlen werden. Vorschlaege werden eher kritisch beaeugt und Schwester Lucia lehnt grundsetzlich alles ab.
Die hygiene laesst auch zu wuenschen uebrig.
Die Windeln werden gewechselt ohne die Maedchen zu saeubern und um Wasser zu sparen wird die Toilettenspuehlung anscheinend nur Abends bedient...

Es sind noch 2, 5 Monate bis zu unserem letzten Arbeitstag und bis dahin werden wir wieder vorsichtiger sein, wie schon am Anfang.

Lieben Gruss, um abraço

Veronika

 


06.06.2010

 

 

Ich weiss, dass ich momentan meine Seite vernachlaessige..aber es passiert wenig spannendes hier momentan.

Der "Winter" ist so gut wie da, was nicht heissen soll, dass es nicht mehr warm ist. Allerding schraenken die haeufigen, kurzen und starken Regenfaelle einen doch ein wenig ein.

Die Stadt wirkt grauer und haesslicher und die Kakerlaken und Ratten kommen haeufiger zum vorschein.

Im Heim tut sich nichts und neue Ideen sind nicht all zu sehr willkommen. Mit den Verantwortlichen haben wir fast keinen Kontakt, weder mit unserem Verantwortlichen aus Porto Alegre, der versprochen hatte etwas Interesse zu zeigen, noch mit Schwester Lucia, die fuer das Heim verantwortlich ist.

Im April habe ich einen kurzen Abstecher nach Minas Gerais gemacht in eine kleinere Stadt Namens Montes Claros. Es war sehr schoen mal etwas Ruhe vom Grossstadt laerm zu haben und etwas andere Leute zu sehen.

Man hoert viele Witze ueber Bahia...Bildung, Fuehrerschein, Verhalten...Eigentlich ist es wirklich lustig, mh oder auch traurig...

 

Das Bett ist repariert...Unfassbar das man das noch "ganz" bekommen hat. Es ist nun in seinem Urspruenglichen Zustand.

 

Salvador bereitet sich auf das bevorstehende traditionelle Fest "Sao Joao" vor. Es muesste irgendwann Ende Juni sein und natuerlich wird viel getrunken (Likoer), gegessen und Forro getanzt. Die Musik ist schrecklich, das Tanzen macht aber Spass. Ganz Salvador wurde dafuer mit gelben und gruenen Faehnchen geschmueckt, von denen man eigentlich glaubt, dass die WM der Grund sei.

 

So die letzten 3 Monate stehen an und ich denke mal nun geht alles doch recht schnell. Die Zeit ist schon gut verplant und dann ist alles schon rum.

Eigentartig irgendwie.

Ich freu mich auf Schwarzbrot, Quark und Doener...hmm

 

 

 

 

06.05.2010

 

hmm...

 

Schon ne wieder eine Weile her mein letzter Eintrag, allerdings passiert momentan nicht so viel hier.

Es regnet immer noch in Stroemen und die Strassen sind oft ueberschwemmt. Sehr dreckige Angelegenheit.

Die FCD ist wie erwartet noch immer nicht sehr motiviert und unsere Zeit ist bald rum. In etwas weniger als 4 Monaten bin ich wieder in Deutschland.

 

Das beste Ereignis der Woche ist, dass unser Bett auseinander gebrochen ist. Die Wohnung hatte ja bereits eher mittel neue Moebel...untertrieben...das Bett hat bei jeder Bewegung gequietscht und gewackelt und naja ueber die Matraze moechte ich gar nicht reden.

ich schlafe also momentan mit dieser besagten Matraze auf dem Boden bis unser Vermieter mit einer schlauen neuen Idee kommt.

Das regnerische Wetter schenkt uns ausserdem wieder Kakerlaken, was die ganze Sache noch angenehmer macht...

Was solls..so siehts aus

 

 

 

 

31.03.2010


Sao Joaquim...


ist einer der bekanntesten Strassenmaerkte in Salvador. Heute waren wir mit zum ersten mal dort und Ivana, eine der Frauen die zusammen mit uns im Heim arbeitet, hat uns begleitet.

Der Markt war wieder etwas neues und vorallem hygienemaessig ein grosses Highlight. Fisch und Fleisch offen auf dem Tisch, was ich bereits aus der Ukraine kenne aber nie in so grossen Mengen gesehen habe. Andere Delikatessen waren Kuhhoden, Kuhzunge, und Kuhaugen, die aber wie uns gesagt wurde, zum betreiben von Makumba, schwarzer Magie, genutzt werden. Neben den Kuhaugen wurden uns noch Kraeuter gezeigt, die die Makumbaanhaenger zum Schwangerschaftsabbruch benutzen. Ob das wirklich so ist, weiss ich natuerlich nicht.


Ivana war so trinkfroehlich das wir uns um 10 Uhr Morgens ihrer Trinklaune anschliessen und bis etwa 17 uhr durchhalten mussten. Ich habe  freiwillig aufgegeben, aber was die Frau trinkt ist der wahnsinn...

Sie hat uns dann zu sich nach Hause eingeladen um dort weiter zu trinken, nach dem wir den Markt verlassen hatten. Es war interessant zu sehen wie sie wohnt und sie war ziemlich gut drauf.


Morgen verzieh ich mich fuer einige Tage nach Minas Gerais und verbrauche dort meine letzten Urlaubstage!

Danach soll das FCD Projekt endlich gestartet werden, denn bei dem letzten treffen vor etwa 2 Wochen, wurden schon einige Besuche und neue Treffen geplant. Nicht alle waren so motiviert, aber auch wenn das wieder nicht klappt, im Heim arbeiten wir trotzdem regelmaessig weiter arbeiten.


Das wars soweit von mir. Schoene Osterfeiertage!

 

 

 

 

07.03.2010


Halbzeit

 


Halbzeit. Wow.
Die letzte Zeit ging doch recht schnell rum. Die Arbit mit den Kindern macht mir immer noch Spass. Eine wesentliche Aufgabe ist die Betreuung bei den Hausaufgaben, die nicht nur an meine Sprachliche Kapazitaet stoesst, sondern auch ein meine psychische :D Nein ganz so schlimm ist es nicht. Es hilft mir sprachlich sehr und ich muss mich wenigstenes mal anstrengen. Aber man weiss halt nie was ploetzlich kommt, denn z.B Jessica (mit Down-Syndrom) hat zwischendurch richtige Ausraster und im naechsten Moment hat sie alle wieder lieb.
Die Kinder haben nach Alter sortiert Schichtunterricht, also Morgens, Mittags oder Abends. Bei den winzigen Schulen glaubt man kaum das 10 Kinder irgendwie reinpassen koennten.
Der blinden Kris, bringe ich jetzt ein paar Woerter Deutsch bei, ihr macht das Spass. Sie sagt bereits "Ich stinke". :D Natuerlich werde ich ihr auch was nuetliches beibringen....
Gestern wurde Gigis 15ter Geburtstag gefeiert...Gefeiert ist etwas uebertrieben, denn das ganze Ereignis war nach etwas ueber einer Stunde schon beendet. Schmuecken, Kuchen essen, Luftballons zerplatzen lassen. Ganz toll und dann war fast Schlafenszeit fuer die Kinder und wir wurden nachhause gebracht...

Nun war bei uns im Februar Zeitgleich zu Deutschland, der groesste Strassenkarneval der Welt. Den kleinen Temperatur unterschied von ca 35 Grad will ich nur so neben bei erwaehnen (und das im Herbst)
Anders als in Rio de Janeiro, wo man den Sambaschulen beim vorbei ziehen zu sieht, feiern in Salvador ueber 2 Milionen Menschen mit. In Blocos, auf Tribuehnen oder als Fussvolk (Pipoca= Popkorn). Die Blocos kosten je nach Musikrichtung unterschiedlich viel. Sie werden von den restlichen Leuten durch ein Seil abgetrennt und laufen hinter "ihrem" Wagen her.
An dem ersten tag an dem ich draussen war, fand ich es super. Wahnsinnig viele Leute und viel Party. Da der Karneval 6 Tage und 6 Naechte andauert und auch noch durchs Zentrum zieht, wo wir auch wohnen, hiess es schlaflose Naechte. Ich hatte auch schnell genug...
Die Strassen rochen nach Urin der jeden Morgen durch ein Seifenwasser Gemisch entfernt wurde...
In 2 Wochen ist wieder ein 3- taegiges FCD Seminar... Ich bin gespannt denn in den 6 Monaten haben uns so viele Leute versprochen uns anzurufen um mit uns was aus zu machen. Aber man merkt das ihrerseits kein grosses Interess besteht.
Einige neue Fotos von Ausfluegen habe auf die Hompage gestellt.
Am 2ten Spetember bin ich uebrigens wieder da :)

 

 

 

02.02.2010

 


Mit neuem Elan bin ich wieder in Salvador. Leider ist Carsten nun wieder in Deutschland, dafuer hatten wir eine schoene Zeit, die wir mit reisen verbracht haben. Es ging los mit dem Capoeiraevent, 2 Tage auf der Insel Itaparica, Barra grande. Anstrengendes Training am Strand und viele neue Dinge wie Jongo (ein Tanz der Sklaven) tanzen oder mit Instrumenten und Gesang durch den Wald wandern und an einer ehemaligen Senzala (Sklavenunterkunft) trainieren. Es waren viele Leute aus verschiedenen Regionen und Laendern dort und ich hab mich zum erstenmal nicht so weiss wie sonst gefuehlt. Die Menschen dort waren doch recht alternativ, was recht mild ausgedrueckt ist und haben bis in die Nacht musiziert.


Mit dem Ende des Events fing auch unsere Reise an. direkt am Sonntag ging es zum Flughafen und eine weitere Nacht auf dem Boden stand an. Morgens ging unser Flug mit verspaetung nach Parana (Iguaçu). Die Wasserfaelle sind ein Traum und es hat sich wirklich gelohnt. Dann ging es auf die argentinische Seite wo uns ein riesen Preisschock erwartete. Die Haelfte der brasilianischen Preise!

4 Tage haben wir dann in Buenos aires verbracht, in denen ich wieder in die Zivilisation gefunden habe. Ich hab es richtig genossen im Café zu sitzen oder mal Abends ohne grosse Bedenken raus zu gehen. Die Luft war super und die Innenstadt hatte etwas von Barcelona in Suedamerika. Sicherlich hat Argentinien auch ganz andere Seiten...

Mit dem Bus gings dann nach Porto Alegre. 20 Stunden bei angenehmen gefuehlten 0 grad! Die habens hier mit der Klimaanlage.

Ja Porto Alegre. Ich hatte schon vergessen das die Stadt doch recht haesslich ist. Aber nun gut ich hab mich gefreut die Leute wieder zu sehen und zu trainieren.

Nun bin ich wieder hier. Erholt und energisch ;)

Samstag haben wir hier in der naehe eine Austellung und ein Jazzkonzert besucht. Im oberen Geschoss der Austellung wurden Fotos Ausgestellt, die mir sehr gefallen haben.

Eine davon findet man auf:


http://www.arcapress.com/


Donnerstag gehts zum Zwischenseminar nach Sao Paulo und dann geht die Arbeit wieder richtg los. Jessica hat sich schon wahnsinnig gefreut als ich gestern wieder kam : "MOKINA" (Ihre Art meinen Namen auszusprechen)

hab ich schon ein wenig vermisst.


Heute ist das Fest von Yemanja, eine der Orixas des Candombles. Das Fest findet in Rio Vermelho statt und alle sind wieder einmal in weiss gekleidet und schicken kleine Koerbe mit Parfum, Schmuck oder Blumen ins Meer um die "eitele" Yemanja gluecklich zu machen und ihr zu danken.

 

 

 

 

 

09.01.2010


2010

 

bereits 1,5 Monate sind wir jetzt in unserer neues Wohnung. Alle intressierten Leute aus meinem Email Verteiler, haben bereits einen ausfuehrlichen Bericht erhalten ueber die hoehen und tiefen in meinem Alltag. deshalb nochmal eine kleine zusammenfassung der letzten Wochen.

Wir haben mit den Kindern um Weihnachten Plaetzchen gebacken und alle hatten grossen Spass daran den Teig zu kneten und die Plaetzchen zu formen. Mittlerweile laeuft es auch echt gut bei der Arbeit. Es war am Anfang doch eher so, dass die Leute uns nichts zugetraut haben, aber nach ueberraschenden Blicken beim Windeln wechseln oder buegeln, war das auch geklaert.


Die Kinder haben grade Ferien und deshalb ist auch fuer uns der passenden Zeitpunkt Urlaub zu nehmen, da es weniger zutun gibt. In den lezten Wochen haben wir viel Musik erlebt. Diamba, Olodum und sogar Manu Chao. Zum Olodum Konzert war auch Nina Familie da. Leider wurden wir versucht beklaut zu werden. Da wir nur zufaellig da waren, hatte ich bloederweise meine Tasche dabei. Als mich einige Leute festhielten und einer an meiner Tache gerissen hat, war das schon ein ordentlicher Schreck. ich konnte mich davon reissen, sogar mit meiner Tasche.

 

Meinen ersten Kinobesuch hatte ich auch bereits "Kuess den Frosch", ein Disneyfilm, war super.

Der bisher schoenste Ort an dem wir waren, war in Itacimirim. Dort waren wir 2 Tage lang und haben im Haus eines Bekannten uebernachtet, welches ein Traum war und wo wir unsere ersten surfversuche hatten. Nicht nur die Straende nebenan sondern auch das Haus und der Garten, in dem alle moeglichen Fruechte wuchsen. Es ist echt wichtig ab und an aus dem lauten und dreckigen Salvador raus zu kommen, vorallem hat Bahia viele schoene Ecken.

Wie bereits erwaehnt, ist es nicht immer leicht hier weiss zu sein, bei einer eindeutigen Mehrheit von dunkelhaeutigen und afrikanisch Abstammigen.


Sonntag ist mein Freund Carsten in Salvador angekommen und besucht mich hier fuer 1 Monat. naechstes Wochenende ist ein 3 taegiges Capoeiraevent auf der insel Itaparica geplant und am Montag danach fliegen wir nach Iguaçu!!! Endlich wieder etwas Natur sehen und etwas anderes kennenlernen. Die Iguaçu Wasserfaelle sollen schoener als die Niagarafaelle sein, deshalb haben wir geplant uns die Argentinische Seite gleich mit an zu schauen und vielleicht sogar was mehr von Argentinien kennen zu lernen. Dann gehts weiter nach Porto Alegre, wo ich bereits zu Beginn meiner Brasilienzeit war. Am 29ten gehts dann von dort aus wieder nach Salvador.


Uebrigens komm ich dieses Jahr nach Deutschland zurueck-hoert sich komisch an...

Liebe Gruesse aus der Sonne

 

 

 

 

27.11.09

 

JAAA MAN


YEHA wir haben die Wohnung, heute wird geputzt und Morgen sind wir raus, 1 Zimmer, Kueche, Bad

 

 

 

 

 

27.11.09


ALLES GELOESCHT


grosse klasse, vorgestern hab ich nach 2 Monaten mal wieder nen Blog geschrieben und nun hab ich ihn versehentlich geloescht...

super-also nochmal ne kurze zusammenfassung.


Wir scuhen seid etwa 1,5 Monaten eine kleine Wohnung, weil es echt keinen Spass macht dort zu wohnen, wo man auch arbeitet. Unser Verantwortlicher fr. Nelson hat in allem versagt und und ist uns keine grosse Hilfe gewesen. Zum Glueck hat uns ein Mitarbeiter der FCD geholfen.

Wir arbeiten noch immer ueberwiegend im Kinderheim, weil die FCD nicht sonderlich Freiwilligen geeignet ist und in Salvador nur maessig aktiv ist. Trotzdem werden wir hin und wieder vistas machen und an treffen der FCD teilnehmen.

Hier im Heim begleiten wir Mariana, ein blindes Maedchen zur Schule oder helfen im Haus. Ziemlich schade ist, dass die Kinder hier in Brasilien selten richtig gefoerdert werden, z.B sprechen fast alle brasilianer hier nur ihre eigene Sprache und in Bahia nichtmals korrekt. Allerdings weiss fast jeder hier alles ueber die afro-brasilianische Kultur und ist erstaunlich gut mit der Geschichte hier vertraut.

In den letzten 2 Wochen waren hier die Tage der Consciência Negra und in der Capoeiraschule ACANNE wurde jeden Tag etwas ueber die Kultur oder die Geschichte der schwarzen erzaehlt oder presentiert.

Samstag wurde zum Ende der 2 Wochen ein religioeses Fest veranstaltet mit Feijoada, Capoeira, Samba und einigen Dingen aus dem Candomble, die fuer mich neu und vorallem "wow, abgefahren" waren. Ausserdem hatten wir Besuch aus Porto Alegre, worueber ich mich echt gefreut habe. 2 Naechte bei Acanne auf dem harten Boden und mit Kakerlaken kuscheln- mein absoluter Traum...

Froh bin ich auf jeden Fall, dass ich hier in Salvador bin. Ich denke dass ich hier viel mehr mitnehmen werde als im sueden Brasiliens, es ist nunmal voellig anders.


Oh Gott mir fehlt das Schwarzbrot so sehr...und n Doener waer auch ein Traum...

Herrlich finde ich auch, dass hier kein Mensch Tachentuecher benutzt sondern permanent die Nase hochgezogen wird...oder direkt auf die Strasse damit.

Ansonsten alles gut und es geht bei 35 Grad langsam auf Weihnachten zu.

Es ist so unglaublich warm.

 

 

 

11.10.09


Goodbye Porto Alegre!!!


Wow da sind wir also wieder...irgendwie hatte ich das Viertel in dem wir leben doch nicht ganz so in erinnerung gehabt...Na immerhin sind wir hier willkommener als in Porto Alegre.


Die fahrt hier her war recht anstrengend, aber allein fuer Rio hat es sich doch schon gelohnt. Das eigenartigste Erlebniss dort war wohl, als Nina auf dem Weg zur Copacabana aus dem Auto ein Foto machen wollte um die Menschen auf der Strasse zu fotografieren und wir darauf hin von der Polizei angehalten worden sind um dann zu erklaeren, dass sie kein Foto von dem Polizisten gemacht hat. Nachdem sie ihm die Kamera gezeigt hatte, durften wir auch weiter fahren.

Da unser persoenlicher Reisefuerhrer etwas versagt hat, waren wir zum Zeitpunkt der Olympia Entscheidung, den Corcovado besichtigen...damn


Ja Salvador...ich glaube mich holt hier der Kulturschock doch noch ein. In unseren Ausgehzeiten sind wir stark eingeschraenkt weil in dem Gebiet doch stark mit Drogen gehandelt wird und nicht wirklich ungefaehrlich ist.

Wenn Abends ein "Feuerwerk" zu hoeren ist (jedentag mehrmals) ist es eine Art Warnsignal fuer die Drogendealer, wenn sich Polizei oder Fremde Menschen naeher. Einige Meter weiter chillt jeden Abend ein Einsatzkommando...ob das wirklich beruhigend ist bezweifel ich jedoch stark.


So richtig wohl fuehle ich mich noch nicht wirklich- wer ist schon gerne eingeschraenkt?

 

 

 

23.09.09

 

Ultimos dias...


Die letzte Woche in Porto Alegre laeuft, wir sind bereits einen Monat in Brasilien (KRASS) und am Dienstag fahren wir Richtung Salvador. Knapp 4000 km mit dem Auto ueber Florianopolis und Rio de janeiro wo wir jeweils halten werden.


In der letzten Woche haben wir an einem Treffen der FCD teilgenommen, welches in Pelotas statt gefunden hat. Eine lange und extrem anstrengende Auto fahrt mit einem alten VW Bus, der verdammt kalt war.

Den Sinn der Veranstaltung hab ich nicht ganz verstanden, da wir einige Stunden gesungen habe und es sonst eher eine Art Beisammen sein war.

Das Arbeiten Beginnt erst in Salvador und da noch kein Tagesablauf feststeht, bin ich sehr gespannt.


Meinen 20ten Geburtstag sind wir ruhig angegangen. Kuchen, Park, Capoeira, keine Gratulation von Olivia und ein bisschen Caipi trinken. Feiern in der Sambabar war aber dann doch wieder ziemlich spassig und auch dieser Geburtstag wurde ziemlich curious...


Grade haben wir erfahren dass ein paar Haeuser weiter letztes Wochenende der Hotelbesitzer getoetet wurde und zuvor auf unserer Strasse ein Ueberfall war. Angeblich gibt es Drogenbanden einige Meter weiter, ziemlich heftig denn es sieht hier alles gar nicht so danach aus.


Abends liegen vorallem vor den ueberdachten Banken Obdachlose, die sich ein Bett aus Pappresten und Zeitungen bauen. Den Anblick kann man nicht wirklich beschreiben. Genau so wie den der Kinder die betteln oder an roten Ampeln stehen um fuer Geld zu jonglieren.

Leider ist es da fast schon ein wenig verstaendlich warum es so viele Drogensuechtige hier gibt, denn irgendwie muss es ja ertraeglich sein....

 

 

 

12.09.09


Mein erstes Fazit nach der ersten Zeit hier in Porto Alegre...

Das Zusammenleben mit Olivia gestaltet sich als nicht sehr einfach. Durch ihre launische Art, ist es nicht leicht mit ihr klar zu kommen. Natuerlich gibt es immer noch Sprachschwierigkeiten aber man bemueht sich ja doch ein Gespraechsaehnliches etwas auf die Beine zu bekommen. Freitag war Ninas 20ter Geburtstag und obwohl Olivia das wusste, hielt sie es fuer nicht sonderlich noetig zu gratulieren - aber Geburtstagskuchen essen ging dann wohl anscheinend doch...

Mich wundert, dass trotz ihrer Art, doch so viele NETTE Menschen zu ihr kommen.


Die Leute hier sind echt super. Es gibt zwar riesen Unterschiede zu Salvador, aber in manchen Situationen denkt man, dass es in Deutschland anders verlaufen waere.


Der Sprachkurs bei Levino ist einfach schlecht. Der Mann gibt sich viel Muehe, aber es geht einfach nicht. Nach ewigen Gespraechen mit fr. Nelson, unserem Verantwortlichen hier, haben wir bewirkt 2 mal Woechentlich bei Maritani, einer Ausgebildeten Lehrerin, Unterricht zu bekommen. Sie ist halt etwas...lebendiger?!


Freitag hab ich meine erste Samba de roda mitgemacht und ich freu mich echt  direkt ne coole Capoeira Gruppe hier gefunden zu haben. Die Leute sind doch recht eigen, aber das macht es echt interessant und ich fuehl ziemlich wohl dort. Der Trainer Professor Guto ist auch ne ziemlich coole Sau :)


So das beste Erlebnis dieser Woche war die Studentenparty hier. Durch das Tolle Portal Couchsurfing haben wir ein paar nette Leute gesucht, die uns die Stadt zeigen etc. Netterweise hat mir ein 22 jaehriges Maedchen geantwortet die uns direkt zu einer Party eingeladen hat.

Echt nettes Maedchen nur hat sie vor unserem Treffen das ein oder andere Tuettchen geraucht , sowie auch ihre Mitbewohnerinnen die vor lauter lachen und schlechter Witze gar nicht mal so richtig klar kamen.


Die Party war in einer Wohnung in der Cidade baixa und es war der Hit, denn schon unten kamen uns Wolken von Rauch entgegen. Als wir die Wohnung betraten...Oh mein Gott.... Woodstock? Die Waende waren mit Zeitung tapeziert und mit grossen Schimmelflecken verziehrt. Das Prachtstueck der Wohnung war allerdings das Badezimmer was das ganze noch authentischer gemacht hat.

Die Leute waren voellig fertig unter ploetzlich stand ein etwa 7 jaehriger Junge dort, dessen Mutter nicht mehr in der Lage war sich mit ihm zu beschaeftigen.


Der Abend war doch etwas schneller zuende und wir verliessen dieses nette Ambiente mit der neuen Erfahrung ein paar etwas andere Leute kennengelernt zu haben :D


Am naechsten Tag gabs wieder ein etwas anderes Kulturprogramm. Mit der Africanamente Gruppe nahmen wir nach einem kleinen Auftritt an einer Filmvorstellung ueber den Unabhaengigkeitskrieg in Papuaneu Guinea teil. Na man kann sich sicher vorstellen wie viel ich etwa davon und von der Diskussion danach verstanden habe, aber trotzdem ist es doch recht schoen an solchen Dingen teilnehmen zu duerfen..


Naechstes Wochenende geht es zu einem Seminar der FCD in die Stadt Pilotas.


Lieben Gruss

 

 

 

06.09.09

 

Abgefahren!!!

 

Wahnsinn....schon fast 2 Wochen vergangen. Mittlerweile haben wir jeden Tag, vier Stunden lang Sprachkurs bei Levino, einem 82 jaehrigen netten Mann der beim reden Sekundenschlaf haelt.

Naja und weil das nicht allzu viel bringt und ich immernoch nicht sehr viel verstehe, bekommen wir ab morgen 2 mal die Woche Unterricht bei einer Dozentin.

Donnerstags ist hier im das Treffen der HIV-positiven Gruppe Vhiva a vida und sie haben uns netter Weise eingelanden an einem Teil des treffens teilzunehmen. Es gibt allein 20.000 Menschen in Porto Alegre die HIV positiv sind und es WISSEN, bei ungefaehr 1.000.000 Einwohnern ist es doch verdammt viel.... Der Vorsitzende der Gruppe ist ziemlich oft hier um Olivia bei der Arbeit zu helfen oder mal Essen zu machen (er kocht verdammt gut).

Vorgestern waren wir erst einmal eine frische Prise Smog einatmen, denn wir hatten die tolle Idee an der Hauptstrasse entlang zu joggen. Zum einen wir vier, weissen, europaeisch angezogen Maedels (die Brasilianerinnen tragen ueberwiegend Leggins) und zum andern, joggen an der Hauptstrasse...naja war schon ganz lustig nur haben wir uns bloederweise nicht viel besser danach gefuehlt.

Dafuer waren wir gestern bei der Capoeria Angola Gruppe "Africanamente". Der Raum in dem das Training war, war nur halb so gross wie unser Raum in Moers, aber total cool eingerichtet bzw angesprayt. Als erstes wurden Raeucherstaebchen und Reggea angemacht und Kaffee/Tee getrunken bevor das Training angefangen hat. Wir waren 2,5 Stunden da und irgendwann waren wir mit 20 Leuten in dem winzigen Raum.

Mein Gott ist Angola anstrengend...

Freitags muss dort jeder eine Frucht mitbringen und nach dem Training wird Samba getanzt und Obstsalat gemacht- da bin ich doch mal am Start :)

 

 


29.08.09

 

Yuuuhuuu endlich da,


ich wollte mal einen schoenen Gruss aus Brasilien senden.
Ich bin Mittwochabend in Salvador angekommen und wurde auch erst einmal mit der Realitaet konfrontiert. In Salvador leben wir (meine Projektpartnerin Nina und ich) in einem Armenviertel in der Periferia. Alleine durften wir bislang nicht raus weil es zu gefaehrlich ist und da Salvador die Stadt mit den meisten afrikanischen Einfluessen ist, fallen wir trotz dunkler Haare sehr auf. Die Armenviertel sind wirklich wie im Film (City of God) und total erschreckend...In dem Haus der Behinderteneinrichtung haben wir ein Doppelzimmer was zwar sehr einfach, jedoch aber auch sehr sauber gehalten ist. Geduscht wird mit sehr kaltem Wasser.

Unten leben 8 Junge Leute wovon 7 eine Behinderung haben. Die Leute sind dort zwischen 5 und 24 und haben geistige und koerperliche Behinderungen. Trotz Verstaendigungs schwierigkeiten sind alle sehr nett und geduldig.

Die Innenstadt von Salvdador ist sooo ganz anders, alt, schoen und besonders fuer Touristen geeignet, da sie viele Klischees erfuellt und ihre schoene Fassade die Armengebiete verdeckt.


Heute sind wir weiter nach Porto Alegre im sueden Brasiliens geflogen und machen hier zusammen mit 2 anderen Deutschen einen Monat lang einen Sprachkurs. Porto Alegre ist das Gegenteil von Salvador. Hier leben viele reichere Menschen und auch hier wo wir unterkommen, ist es im Vergleich gehobener. Die Hausherrin sitzt im Rollstuhl und das Haus ist eigentlich immer mit Menschen gefuellt. Heute Abend haben wir mit 13 Mann zu Abend gegessen. Die Menschen hier sind wirklich so verdammt nett...